Herkunft

In seiner Heimat, den belgischen und französischen Ardennen wurde der Bouvier des Ardennes schon immer ausschließlich für die Arbeit gezüchtet: Großvieh einzusammeln und zu treiben, Haus und Hof zu bewachen.

Das raue Klima, schroffe Gelände und die Armut der Gegend haben seinen Typ geprägt. Nur die robustesten und tauglichsten Exemplare blieben am Leben und trieben die Herden, meistens Milchkühe und Schafe, später auch Pferde und Schweine. Seit dem 19. Jahrhundert findet er auch Verwendung zur Treibjagd auf Hirsche und Wildschweine.

Entwicklung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte der Kynologe Professor Reul „Tom“, das erste Beispiel für den Idealtyp eines Treibhundes. 1913 wurde die „ Lütticher Gesellschaft zur Verbesserung der Treibhunde aus den Provinzen Lüttich und den Ardennen“ gegründet, die einen ersten Standard entwarf. Der endgültige Text wurde vom Belgischen Zuchtverband (S.R.S.H. Société Royale Saint-Hubert) im Jahre 1923 anerkannt und von der FCI am 16. Juni 1963 veröffentlicht.

Mit fortschreitender Industrialisierung verschwanden jedoch zahlreiche Milchviehbetriebe und Schäfereien in den Ardennen und damit auch der Ardennentreibhund. Die Rasse galt als ausgestorben.

Es war Zufall, als 1985 Hundeliebhaber beim Einsammeln von Kolostrum in Milchviehbetrieben in den Ardennen einige mehr oder weniger typische Ardennentreibhunde entdeckten. Der Bouvier des Ardennes hatte überlebt,  gezüchtet von einigen Viehtreibern und Schafhirten mit Sachverstand und Respekt für die hervorragenden Hütefähigkeiten dieser Rasse.

Seit 1990 wird die Rasse wieder gezüchtet, seit 1996 ist sie von der FCI unter dem Standard Nr. 171 offiziell wieder anerkannt.

Physiognomie

Der Bouvier des Ardennes ist ein kräftiger, mittelgroßer, rauhaariger Hütehund.

Schulterhöhe: Rüden 56 bis 62 cm, Hündinnen 52 bis 56 cm (Toleranz +/- 1 cm)

Gewicht: Rüden ca. 28 bis 35 kg, Hündinnen ca. 22 bis 28 kg


Das Haarkleid besteht oft aus einer Mischung von grauen, schwarzen und fahlbfarbenen Haaren; die graue Farbe reicht von Hellgrau bis Dunkelgrau, braunes, rostrotes oder strohgelbes Haarkleid.

Der Bouvier des Ardennes ist meist beige oder dunkelgestromt mit ausdrucksvollen leuchtenden Augen. Die großen Stehohren unterstreichen seinen aufmerksamen Gesichtsausdruck, der Schnurr- und Kinnbart geben ihm ein etwas mürrisches Aussehen. Sein doppeltes Haarkleid aus dichter Unterwolle und rauhem zerzaustem Deckhaar, erlauben ihm das ganze Jahr im Freien zu leben.

Charakteristisches Kennzeichen ist die angeborene kurze Rute. Da beim Bouvier des Ardennes bei Verpaarungen zweier Hunde mit kurzer Rute keine Deformierungen oder Anomalien bekannt sind, bevorzugt man für die Zucht die charakteristische kurze Rute.

In den Ländern, in welchen das Kupieren der Rute gesetzlich verboten ist, ist eine lange Rute zulässig.


Der kräftige Hund hat ein überraschend elegantes, federndes Gangwerk und beeindruckt durch seine Gewandtheit und seinen Mut im Umgang mit dem Vieh.

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BOUVIER DES ARDENNES

 
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